Segeln. Wenn möglich.

Funkzeugnisse für Binnen und See

Hast Du’s schon bemerkt?

Es ist Sommer.

Schlappe Segel - Flaute
Schlappe Segel – bei Flaute muss der Jockel herhalten…

Seit 21. Juni ist es offiziell: die Tage werden wieder kürzer und wir haben ganz offiziell Sommer. Im Kalender.

Wenn man allerdings im Moment aus dem Niedergang nach oben schaut, bietet sich dem Betrachter meistens ein gegensätzliches Bild: Wolken, Regen, teils Unwetter. Und steckt man das Näschen noch etwas weiter heraus, stellt man zu allem Überfluss fest, daß die Hafenausfahrt wegen des Hochwassers nicht passierbar ist. Zu dicht hängt das Kabel quer über die Fahrrinne. Hier kommt kein Segler durch.

Kurz gesagt: Segeln war in den letzten Wochen so gar nicht drin.

Wie es im Moment aussieht, sagt und der Windfinder:

Und was macht der Segler, wenn er nicht segelt?

Er macht irgendeinen Schein. Oder eine andere Ausbildung. Oder er bastelt an seinem Boot rum.

Da wir Makani in einem so tollen Zustand übernommen haben, gibt es im Moment noch nicht zum Basteln. Also doch ein Schein.

Babsi macht ja grade den SBF See. Und da wir im Sommer in Holland ein Charterschiff segeln wollen, ist es absolut höchste Zeit, daß ich endlich meinen Funkschein mache. Ohne den rückt der Vercharterer den Kahn nicht raus.

Außerdem hat der Vorbesitzer Sebastian auf Makani ein Funkgerät eingebaut. Und unser deutscher Paragraphendschungel lässt da keinen Spielraum:

  • Hast Du ein Funkgerät auf dem Schiff, dann musst Du es anschalten. Und auf dem Notrufkanal (10) mithören.
  • Wenn Du auf einem Boot ein Funkgerät für den Binnenschifffahrtsfunk anschaltest, es also „betreibst“, musst Du dafür den UBI-Schein haben. Sonst ist die Wasserschutzpolizei not amused.

UBI steht hier übrigens für UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk.

Binnenschifffahrtsfunk!?

Mit dem UBI wäre als das Thema Rhein und Main abgedeckt. Wie sieht’s aber mit der Funkerei aus, wenn man mal auf Nord- oder Ostsee oder gar im Mittelmeer unterwegs ist? Hier gelten andere Regelungen und vor allem: die Technik ist eine komplett andere. Hier benötigt man das

Short-Range-Certificate

…das man der Kürze und der Würze wegen auch gerne mal als SRC bezeichnet.

Ein Glück also, daß unser Segelclub gerade im Moment einen Kurs anbietet. UBI und SRC. Im Kombipack. Prüfung im Mai in Frankfurt. Perfekt! Da mach ich doch mit!

Unser Ausbilder Roland, selbst passionierter und langjähriger Segler, nahm sich zwei Tage Zeit, um uns die Theorieinhalte der beiden Scheine beizubringen. Und an etlichen weiteren Abenden wurden wir von ihm in die Verwendung und die Bedienung der Geräte unterwiesen. Jeder hatte ausreichend Zeit und Gelegenheit, um das Gelernte auch praktisch an den Übungs-Funkgeräten des Segelclubs auszuprobieren. Und zuhause ging es dann weiter:

  • im Wohnzimmer hing das ausgedruckte Funkalphabet an der Wand, sodaß ich es jeden Tag durchexerzieren konnte: Alpha, Bravo, Charlie, Delta, Echo…
  • mit einer iPhone-App lernte ich sowohl die Prüfungsfragen für UBI als auch für SRC.
  • mithilfe der Unterlagen versuchte ich mir die Abläufe der verschiedenen Funksprüche einzuprägen.

Kurz vor unserem Prüfungstermin trafen sich noch einmal alle Teilnehmer des Seminars, um die Praxis ein letztes Mal zu festigen, damit auch wirklich bei der Prüfung nichts schief gehen konnte.

Am frühen Nachmittag des 22. Mai trafen sich alle Prüflinge im Haus der Jugend am Frankfurter Mainufer um dort vom Prüfungsausschuss Rhein-Ruhr in den Funkdisziplinen geprüft zu werden. Die Prüfer gaben sich alle Mühe, um die Atmosphäre sehr locker und entspannt zu halten und so kam es auch, das alle Teilnehmer die anfangs angesetzten theoretischen Prüfungen erfolgreich absolvieren konnten. Danach folgten die Praxisprüfungen zu denen wir paarweise aufgerufen wurden. Immer zwei Prüflingen begleiteten einen der beiden Prüfer in einen Raum, in dem verschiedene Funkgeräte aufgebaut waren. Wir durften uns ein Funkgerät aussuchen, mit dessen Handhabung wir am besten vertraut waren.

Dann war die Birne leer

Und dann kam alles ganz anders:

Ich weiß heute nicht mehr genau warum. Zumal meine Prüferin ECHT versucht hat, mir die richtige Antwort aus den Rippen zu leiern. Aber irgendwie war plötzlich alles weg. Birne leer.

Um es kurz zu machen: ich bin durchgerasselt. Hab’s versaut. Konnte mich beim besten Willen nicht an die korrekte Abfolge und die Inhalte einer Funkmeldung erinnern. Grundlegendes Wissen. Zigmal geübt. Weg. Einfach so.

Nachdem der Ärger über diese versemmelte Prüfung halbwegs verflogen war, meldete ich mich umgehend für den nächsten Termin an und Roland erbot sich, sogar noch einen Extratermin für das erneute Üben der Funkpraxis zu veranstalten. Intensiv-Coaching.

Die Mühe hat sich gelohnt: seit 26. Juni bin ich nun doch stolzer Inhaber der Funkscheine. Die Praxisprüfung war leicht. Diesmal. Ich konnte alles und die Stimmung erlaubte sogar den ein oder anderen Scherz mit dem Prüfer. Sehr nett!

Das Frankfurter Dönerboot
Das Frankfurter Dönerboot

Nach der erfolgreich absolvierten Prüfung besuchten David und ich dann noch eben das Dönerschiff am Frankfurter Mainufer, bei dem sogar vegane Gerichte zu bekommen sind und wo man von Land und von Wasser aus bestellen kann.

Als nächstes kommt jetzt Babsis Prüfung zum Sportbootführerschein See. Das wird auch wieder spannend. Sie übt schon fleissig und bald sind auch die ersten Fahrstunden dran!

Wie es damit weiter geht, erfährst Du demnächst hier!

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